Andacht an Heiligabend für Zuhause

Mit den Gebeten, Texten und Liedern, die Sie hier finden, können Sie zu Weihnachten eine Hausandacht feiern. So kann eine besondere Verbundenheit unter uns entstehen, in dem Wissen, dass viele Menschen in unserer Gemeinde gleichzeitig bei sich zu Hause eine Weihnachts-Andacht feiern, mit unseren Text-Vorschlägen oder mit eigenen Worten. Die Liedbegleitung stellt der Posaunenchor der Kirchengemeinde Hollenstedt für Sie bereit.

Als Beginn für die Andacht zu Hause schlagen wir 17:30 Uhr vor. Dann könnte diese Andacht gegen 18:00 Uhr in "O du fröhliche" münden, innerlich verbunden mit vielen anderen Menschen. Die Glocken der St.-Andreas-Kirche werden um 18:00 Uhr läuten. Das hört man leider nicht überall. Aber wenn man es weiß, kann es trösten und Zuversicht geben. Selbstverständlich können Sie aber die Andacht feiern, wann immer Sie wollen.

 

Glocken der St.-Andreas-Kirche

-> Spielen Sie die dazugehörige Audiodatei Nr. 1 ab!

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Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. (Lukas 2, 10b.11, nach der Übersetzung Martin Luthers)

Dieser Abend ist ganz anders als sonst. Es ist Heiligabend. Wir sitzen heute nicht nebeneinander in der Kirche. Trotzdem sind wir mit vielen Menschen verbunden. Wir denken aneinander. Viele Menschen feiern heute über den Tag und auch gerade in diesen Minuten zu Hause einen Gottesdienst, eine Hausandacht, in Gottes Namen. Gott ist die Liebe. Im Kind in der Krippe ist diese Liebe Mensch geworden. Gottes Geist ermutigt uns, uns dieser Liebe anzuvertrauen. Amen.

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Lied: Es ist ein Ros entsprungen (Evangelisches Gesangbuch Nr. 30)

-> Spielen Sie die dazugehörige Audiodatei Nr. 2 ab! Die Strophe beginnt ab 0:23. Falls Sie alle 3 Strophen singen möchten, bitte für jede Strophe die Datei erneut abspielen.

1. Es ist ein Ros entsprungen aus einer Wurzel zart, wie uns die Alten sungen, von Jesse kam die Art und hat ein Blümlein bracht mitten im kalten Winter wohl zu der halben Nacht.

2. Das Blümlein, das ich meine, davon Jesaja sagt, hat uns gebracht alleine Marie, die reine Magd; aus Gottes ewgem Rat hat sie ein Kind geboren, welches uns selig macht.

3. Das Blümelein so kleine, das duftet uns so süß; mit seinem hellen Scheine vertreibt’s die Finsternis. Wahr’ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod.

Text: Trier (1587/88), Str. 3 bei Fridrich Layriz (1844)
Melodie: Köln (1599), Satz: Michael Praetorius (1609)

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Biblische Lesung:

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt.

Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf dass er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. (Lukas 2, 1-7)

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Lied: Zu Bethlehem geboren (Evangelisches Gesangbuch Nr. 32)

Spielen Sie die dazugehörige Audiodatei Nr. 3 ab! Die Strophe beginnt ab 0:19. Falls Sie alle 4 Strophen singen möchten, bitte für jede Strophe die Datei erneut abspielen.

1. Zu Bethlehem geboren ist uns ein Kindelein, das hab ich auserkoren, sein eigen will ich sein, eia, eia, sein eigen will ich sein.

2. In seine Lieb versenken will ich mich ganz hinab; mein Herz will ich ihm schenken und alles, was ich hab, eia, eia, und alles, was ich hab.

3. O Kindelein, von Herzen will ich dich lieben sehr in Freuden und in Schmerzen, je länger mehr und mehr, eia, eia, je länger mehr und mehr.

4. Dazu dein Gnad mir gebe, bitt ich aus Herzensgrund, dass dir allein ich lebe, jetzt und zu aller Stund, eia, eia, jetzt und zu aller Stund.

Text: Friedrich Spee (1637)
Melodie: Paris (1599); Köln (1638)

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Fortsetzung der biblischen Lesung:

Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.

Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. (Lukas 2, 8-14)

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Lied: Hört der Engel helle Lieder (Evangelisches Gesangbuch 54)

-> Spielen Sie die dazugehörige Audiodatei Nr. 4 ab! Die Strophe beginnt ab 0:21. Falls Sie alle 3 Strophen singen möchte, bitte für jede Strophe die Datei erneut abspielen.

1. Hört, der Engel helle Lieder klingen das weite Feld entlang, und die Berge hallen wider von des Himmels Lobgesang: /: Gloria in excelsis Deo. :/

2. Hirten, warum wird gesungen? Sagt mir doch eures Jubels Grund! Welch ein Sieg ward denn errungen, den uns die Chöre machen kund? /: Gloria in excelsis Deo. :/

3. Sie verkünden uns mit Schalle, dass der Erlöser nun erschien, dankbar singen sie heut alle an diesem Fest und grüßen ihn. /: Gloria in excelsis Deo. :/

Text: Otto Abel (1954) nach einem französischen Weihnachtslied (18. Jahrhundert)
Melodie: Frankreich (18. Jahrhundert), Satz: Theophil Rothenberg (1983)

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Fortsetzung der biblischen Lesung:

Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten.

Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.

Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott für alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war. (Lukas 2, 15-20)

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Lied: Stille Nacht (Evangelisches Gesangbuch 46)

-> Spielen Sie die dazugehörige Audiodatei Nr. 5 ab! Die 1. Strophe beginnt sofort. Die 2. Strophe beginnt ab 1:04. Falls Sie die 3. Strophe ebenfalls singen wollen, bitte die Datei ab 1:04 erneut abspielen.

1. Stille Nacht, heilige Nacht! Alles schläft, einsam wacht nur das traute, hochheilige Paar. Holder Knabe im lockigen Haar, schlaf in himmlischer Ruh, schlaf in himmlischer Ruh.

2. Stille Nacht, heilige Nacht! Hirten erst kundgemacht, durch der Engel Halleluja tönt es laut von fern und nah: Christ, der Retter, ist da, Christ, der Retter, ist da!

3. Stille Nacht, heilige Nacht! Gottes Sohn, o wie lacht Lieb aus deinem göttlichen Mund, da uns schlägt die rettende Stund, Christ, in deiner Geburt, Christ, in deiner Geburt.

Text: Joseph Mohr (1818) 1838

Melodie: Franz Xaver Gruber (1818) 1838

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Predigtgedanken:

Stille Nacht, heilige Nacht! In einem Kinderlied wird Weihnachten so beschrieben: „Gott ist groß, unfassbar groß, und wurde doch so klein. Als Kind kam er in unsere Welt, um uns ganz nah zu sein.“ Gott, ganz in unserer Nähe, uns ganz nah.

Aber was ist das für eine Unterkunft bei seiner Ankunft? Kein Ort, an dem man gerne wäre. Nichts von alledem, was man sich selbst in den eigenen kühnsten Träumen je ausgemalt hätte. Überhaupt ist hier nichts wie gemalt. Hier ist es eher so, wie das Leben manchmal sein kann. Gerade an diesem Ort wird dieses Kind geboren. Uns zuliebe. An den Rand gedrängt, da, wo es sonst kaum jemand aushält, an einem kargen, öden Ort, an dem die einzige Schlafgelegenheit für das Neugeborene ein Futtertrog ist.

Von Ewigkeit her kommt Gott uns entgegen. An jedem Ort. Zu jeder Zeit. Ein Kind liegt in einer Krippe und mit ihm Gottes Liebe für diese Welt. „Fürchtet euch nicht!“, sagt der Engel in der Weihnachtsgeschichte. „Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren“.

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Lied: Ich steh an deiner Krippen hier (Evangelisches Gesangbuch 37)

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1. Ich steh an deiner Krippen hier, o Jesu, du mein Leben; ich komme, bring und schenke dir, was du mir hast gegeben. Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn, Herz, Seel' und Mut, nimm alles hin und lass dir's wohl gefallen.

2. Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt, erkoren. Eh ich durch deine Hand gemacht, da hast du schon bei dir bedacht, wie du mein wolltest werden.

4. Ich sehe dich mit Freuden an und kann mich nicht satt sehen; und weil ich nun nichts weiter kann, bleib ich anbetend stehen. O dass mein Sinn ein Abgrund wär und meine Seel ein weites Meer, dass ich dich möchte fassen!

9. Eins aber, hoff ich, wirst du mir, mein Heiland, nicht versagen: dass ich dich möge für und für in, bei und an mir tragen. So lass mich doch dein Kripplein sein; komm, komm und lege bei mir ein dich und all deine Freuden.

Text: Paul Gerhardt (1653)
Melodie: Johann Sebastian Bach (1736)

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Fürbitten, Vaterunser und Segen:

Gott im Himmel und auf der Erde, komm uns nah in dieser stillen, heiligen Nacht. Sei und bleibe bei uns auch über diese Nacht hinaus. Hilf, dass das Kind in der Krippe uns zur Hoffnung werde. Hilf, dass sein Friede sich in uns und unter uns ausbreite. Dir bringen wir, was uns an diesem Abend auf der Seele liegt. Dir bringen wir, was uns Sorgen bereitet und bitten dich um Beistand. Dir bringen wir, was uns Freude macht. Dir bringen wir, was uns ermutigt, uns deiner Liebe anzuvertrauen. Dafür danken wir dir. Deine Liebe möge uns tragen, uns und alle, an die wir jetzt denken. Deine Liebe möge unsere Welt durch alle Zeiten hindurch bewahren.

 

Gemeinsam mit allen Menschen, die auch bei sich zu Hause eine Andacht feiern, beten wir, wie Jesus es uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

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Segen:

Gott segne uns und behüte uns. Gott lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Gott erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns Frieden. Amen

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Lied: O du fröhliche (Evangelisches Gesangbuch 44)

-> Spielen Sie die dazugehörige Audiodatei Nr. 7 ab! Die Strophe beginnt sofort. Falls Sie alle 3 Strophen singen möchten, bitte für jede Strophe die Datei erneut abspielen.

1. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Welt ging verloren, Christ ward geboren: Freue, freue dich, o Christenheit!

2. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Christ ist erschienen, uns zu versühnen: Freue, freue dich, o Christenheit!

3. O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! Himmlische Heere jauchzen dir Ehre: Freue, freue dich, o Christenheit!

Text: Johannes Daniel Falk und Heinrich Holzschuher (1819 und 1829)
Melodie: Sizilien (vor 1788), bei Johann Gottfried Herder (1807)

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Wir wünschen Ihnen ein fröhliches Weihnachtsfest!